Hoheslied 2,6-17; 8, 6.7




Seine Linke liegt unter meinem Haupte,
und seine Rechte herzt mich. -

Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems,
bei den Gazellen oder bei den Hinden auf dem Felde,
dass ihr die Liebe nicht aufweckt und nicht stört,
bis es ihr selbst gefällt.

Da ist die Stimme meines Freundes!
Siehe, er kommt und hüpft über die Berge und springt über die Hügel.
Mein Freund gleicht einer Gazelle oder einem jungen Hirsch.
Siehe, er steht hinter unsrer Wand
und sieht durchs Fenster und blickt durchs Gitter.

Mein Freund antwortet und spricht zu mir:
Steh auf, meine Freundin,
meine Schöne, und komm her!
Denn siehe, der Winter ist vergangen,
der Regen ist vorbei und dahin.
Die Blumen sind aufgegangen im Lande,
der Lenz ist herbeigekommen,
und die Turteltaube lässt sich hören in unserm Lande.
Der Feigenbaum hat Knoten gewonnen,
und die Reben duften mit ihren Blüten.

Steh auf, meine Freundin,
und komm, meine Schöne, komm her!
Meine Taube in den Felsklüften, im Versteck der Felswand,
zeige mir deine Gestalt, lass mich hören deine Stimme;
denn deine Stimme ist süß, und deine Gestalt ist lieblich.
Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse,
die die Weinberge verderben;
denn unsere Weinberge haben Blüten bekommen.

Mein Freund ist mein, und ich bin sein,
der unter den Lilien weidet.
Bis der Tag kühl wird und die Schatten schwinden,
wende dich her gleich einer Gazelle, mein Freund,
oder gleich einem jungen Hirsch auf den Balsambergen.

...

Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz,
wie ein Siegel auf deinen Arm.
Denn Liebe ist stark wie der Tod
und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich.
Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des HERRN,


so dass auch viele Wasser die Liebe nicht auslöschen
und Ströme sie nicht ertränken können.
Wenn einer alles Gut in seinem Hause um die Liebe geben wollte,
so könnte das alles nicht genügen.


Text nach der Übersetzung Martin Luthers in der revidierten Fassung von 1984


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