Das babylonische Exil




Im Jahr 587 vor Christus wurde der Süden Israels von den Babyloniern erobert und alle Bewohner ins ferne Babel verschleppt. Der Norden war bereits knapp 200 Jahre vorher von den Assyrern plattgemacht worden.

Exil Wenn in der Bibel vom Leiden des Volkes berichtet wird, haben wir also nicht nur die theoretischen Konstrukte von Schreibtischtätern vor uns, sondern Lebenszeugnisse von Menschen, die die Hölle erlitten haben. Die Verfolgung der Juden hat eine lange Geschichte und erreichte im 8. Jahrhundert vor Christus mit den Assyrern ihre erste Eskalation, von der nicht nur Israel, sondern auch viele andere kleine Völker betroffen waren. Die Assyrer wollten durch eine Art Gleichschaltung in Fragen der Religion und Kultur ihre Herrschaft sichern. Die eroberten Völker wurden systematisch auseinandergerissen und die Menschen willkürlich irgendwo neu angesiedelt. Einzige geltende Kultur und Religion war die der Assyrer.

Die Babylonier besiegten schließlich die Assyrer - und wollten nun ihrerseits Weltmacht werden. Dabei gingen sie etwas anders vor: Die Völker wurden als ganzes deportiert, durften aber ihre Religion und ihre Kultur pflegen, solange sie sich Babylon gegenüber politisch loyal verhielten.

Für Israel hatte die Deportation das Ende des Tempelkultes zur Folge. Da inzwischen nur der Jerusalemer Tempel als legitime Opferstätte galt und man sich darüber nicht einfach hinwegsetzen wollte, aber dennoch den Glauben an den einen Gott bewahren wollte, besann man sich auf andere Elemente des Gottesdienstes. Der Synagogengottesdienst entwickelte sich allmählich; in dieser Zeit begann man auch vermehrt, den Überlieferungen der Alten einen festen Rahmen zu geben und sie systematisch zu ordnen.

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