Was war die "Verfolgung"?




Kein Mord und Totschlag...

Bei dem Wort "Verfolgung" denkt man eigentlich eher an die Christenverfolgungen aus dem 3. und 4. Jahrhundert nach Christus. Damals gab es immer wieder Zeiten, in denen der römische Staat systematisch nach Christen suchte. Wenn sie den römischen Kaiser nicht als Gott bekennen wollten, wurden sie oft enteignet oder sogar getötet.

Damit sind die "Verfolgungen" zur Zeit des Paulus aber nicht zu vergleichen - weder im Ausmaß noch in der Härte. Bei diesen "Verfolgungen" handelte es sich zunächst um einen rein innerjüdischen Konflikt. Er betraf auch hauptsächlich griechisschsprachige Juden, die an Christus als den Sohn Gottes glaubten.

Ein innerjüdischer KonfliktBei ihnen verband sich wohl schon recht früh - anders als bei den hebräisch sprechenden Juden - der Glaube an Jesus mit der Freiheit von dem jüdischen Ritualgesetz (d.h. den Reinheits- und Speisegeboten). Nichtjüdische Christen - die damals schon zahlenmäßig noch gar keine Rolle spielten - waren davon überhaupt nicht betroffen. Erst Paulus hat ja die Mission unter den "Heiden" (das ist im biblischen Sprachgebrauch zunächst einmal jeder, der kein Jude ist...) im großen Stil betrieben.

Ausschluss aus der Synagoge

Paulus verfolgt die ChristenDie Juden, die sich zu Christus bekannten, wurden mit hoher Wahrscheinlichkeit aus der Synagoge ausgestoßen (Joh 9,22 u.ö.) - insbesondere, wenn sie sich nicht mehr an die Speise- und Reinheitsgebote halten wollten. Der Ausschluss aus der Synagoge konnte erhebliche soziale Nachteile mit sich bringen - etwa im Blick auf die Altersversorgung von Witwen und Waisen.

Zur Ermordung von Christen kam es aber wohl nur in Ausnahmefällen (wie bei Stephanus). Ob Paulus auch selbst für den Tod von Christen verantwortlich ist, wissen wir nicht. Da so etwas aber von seinen Gegnern sicher erwähnt worden wäre, scheint es wohl nur beim "Schnauben" von Morddrohungen geblieben zu sein.

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