Das Apostelkonzil



Hardliner...

Jakobus Jakobus, der Bruder von Jesus, hatte eine gewichtige Stimme in Jerusalem. Er zählte zu den "Säulen" der Urgemeinde. Er machte sich für die Position des Gesetzes stark: Was bisher für die Juden gegolten hatte, sollte auch für die Christen weiterhin gelten. Hatte Jesus nicht selbst gesagt, dass weder der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz vergehen wird?


... und Wackelpeter

Petrus Petrus schwankte hin und her. Als er in Antiochia zu Besuch war, aß und trank er unbeschwert mit den nichtjüdischen Brüdern und Schwestern. Als dann Leute aus der Jakobusfraktion in Antiochia auftauchten, sonderte er sich auf einmal von den Nichtjuden ab, die sich nicht an jüdische Speisevorschriften hielten. Paulus griff ihn deshalb heftig an und bezichtigte ihn als "Scheinheiligen", was ziemliches Aufsehen erregte: Er, der ehemalige Christenverfolger, wollte das Wort Jesu besser verstanden haben als Petrus, der "Fels", auf dessen Fundament Jesus doch seine Gemeinde bauen wollte.


Paulus zeigt Profil

Paulus Paulus stellte in dem Streit immer wieder dieselbe Frage: Was bedeutet es, dass Jesus am Kreuz für unsere Schuld gestorben ist? Als ehemaliger Pharisäer konnte er Jakobus und die anderen gut verstehen: Er selbst hatte ja früher in der genauen Erfüllung des Gesetzes seinen ganzen Lebensinhalt gesehen - bis zu seinem Erlebnis in Damaskus. Dort hatte ihm Jesus klar gemacht, dass er etwas anderes von ihm wollte. Paulus sollte sein Vertrauen ganz auf Jesus setzen, nicht auf das, was er selbst tat oder nicht tat, aß oder nicht aß.

Die Lösung

In Jerusalem kam es auf dem Apostelkonzil im Jahre 48 schließlich zu einem Kompromiss zwischen den verschiedenen Positionen: Die Nichtjuden, die an Jesus Christus glaubten, sollten zumindest die Gebote einhalten, die auch für die Nichtjuden galten, die Interesse am Judentum zeigten: Die Beschneidung war nicht nötig, aber sie sollten kein Fleisch essen, in dem Blut war oder das Götzen geweiht worden war; außerdem sollten sie "keine Unzucht" treiben. Mit dem letzteren war Paulus einig, aber was das andere betraf, so plädierte er - nicht zuletzt im vierzehnten Kapitel seines Briefes an die Römer - dafür, dass Ernährungsfragen unter die Gewissensfreiheit jedes einzelnen fallen sollten - womit er sich langfristig gesehen auch durchsetzte.

Zunächst jedoch gab er sich mit dem Kompromiss zufrieden, der gleich schriftlich der griechischen Gemeinde von Antiochia mitgeteilt wurde.


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